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Die längsten 72 Stunden meines Lebens

Die längsten 72 Stunden meines Lebens

Momentan laufen gerade die Online-Votings vom diesjährigen ZFF72. Ich hatte die Ehre als «Director of Photography» und «Cutter» bei der Produktion «EDEN» zu arbeiten. Mit dem unglaublichen Team lief (fast) alles wie geplant.
Am Samstagmorgen durfte ich auf den Zug, um die Reise von Ilanz nach Zürich zu starten. Mit Musik in den Kopfhörern bereitete ich mich Mental auf die riesige Herausforderung vor. Dachte ich.
Ich wusste nicht wirklich, was mich erwarten würde. Wenn ich es wüsste, wäre ich ganz sicher nicht gegangen. Denn aber würde ich es bereuen, irgendwie.
Die Drehstunden waren spannend, jedoch brutal anstrengend. Am Anfang war es noch ganz gut. Als wir aber um 15:00 Uhr dachten: «Ein Mittagessen wäre jetzt eigentlich nicht schlecht», wurde mir klar, dass die ganze Produktion ein enormer Stress wird. Wir drehten praktisch von 10:00 Uhr morgens bis um 1:30 Uhr nachts durch. Wir waren alle müde, gestresst, erschöpft.
Ich konnte zum guten Glück bei meiner guten Freundin, die gleichzeitig auch die Co-Regisseurin des Films war, übernachten. Am nächsten Morgen ging es wieder an die Arbeit. Da war der Schnitt dran. Von 10:30 bis fast 2:00 Uhr nachts sass ich am PC und schnipselte alles zusammen.
Was ich auf die Frage «Wie war’s denn?» antworten würde:
Es war schlimm. Es war schmerzvoll, physisch und psychisch. Es war nur noch ein «müssen» und kein «wollen» mehr. Ich stand mehrere male kurz vor dem Weinen da, weil man einfach gewisse Tondateien nicht mehr voneinander unterscheiden konnte, da der Darsteller einfach so gut war, dass jede Aufnahme praktisch genau gleich klang. Es war fast schon erniedrigend mit dem Gedanken zu arbeiten: «Man, die ganze Produktion muss in den nächsten Stunden komplett fertig sein, aber ich schaffe es einfach nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich kann das alles einfach nicht mehr anständig erschaffen». Es war eine brutale Erfahrung. Ich kann und will immer wieder etwas aufnehmen, aber das war einfach zu viel.
Was ich auf die Frage «Würdest du nochmals teilnehmen» antworten würde:
Ja! Sofort! Für mich ist es schon fix, dass ich nächstes Jahr, von meiner Seite aus, eine Produktion einreiche. Klar, es war schlimm, aber irgendwie ist es schön im Nachhinein zurückzulehnen und sagen können: «Ja, das habe ich gefilmt und geschnitten, in nur zwei Tagen. Ich habe es geschafft. Wir haben es geschafft!
An dieser Stelle möchte ich allen, die an der Produktion dabei waren danken. Danken für die Erfahrung und für den Relax im Nachhinein. Danke an Géza für die Regie, Ana für das Coaching, Christian für die geniale Umsetzung des Charakters «Eden», Suzanne für die geniale Umsetzung von «Alice», Vincent für die geniale Umsetzung von «John», Dilara für die geniale Umsetzung von «Rhea», Angel und Pavi für das, dass sie über die ganze Produktion meine zweite rechte Hand waren, für den Ton, Licht und Kamera.
Wie am Anfang genannt befindet sich unser Film gerade noch in der Voting-Phase. Wir alle wären froh um jeden Vote, um jedes Feedback, um jede kleine Unterstützung.
Klicke hier, um für uns abzustimmen.

„Eden“ from Zurich Film Festival on Vimeo.

Wir leben in einer modernen, digitalen Gesellschaft. Das Konsumkarussell dreht sich immer schneller, alle möchten eine Fahrkarte dafür erhaschen. Die Sehnsucht nach einem freien, selbstbestimmten Leben, das ständige Streben nach Optimierung und Perfektion stehen im Zentrum jeder Idealvorstellung. Doch haben wir unser Schicksal wirklich selbst in der Hand? Und wer bestimmt dabei die Spielregeln? Die Antwort wird dir möglicherweise nicht gefallen…

Danke fürs lesen und bis zum nächsten Post.